Die Mitglieder des TC Einsiedeln hatten an der 52. Generalversammlung bedeutende Entscheide zu fällen. Das wichtigste Geschäft betraf eine Personalie. Nach 17 Jahren Vorstandsarbeit stellte sich Marlene Kälin nicht mehr zur Wiederwahl. Kälin amtete zunächst als Aktuarin, seit 2018 war sie Präsidentin. In dieser Zeit leistete sie dem Verein grosse Dienste. Ein beträchtlicher Teil der Infrastruktur – Clubhaus, Beleuchtung, Plätze 5 und 6 – wurden unter ihrer Führung erneuert. Ausserdem leistete sie viel Kleinarbeit in organisatorischer und administrativer Hinsicht. Als Festwirtin an den Clubmeisterschaften zeigte sie auch praktisches Geschick. «Sie setzte sich enorm für den Club ein und leistete sehr viel Arbeit im Hintergrund», würdigte Vorstandskollege Jeroen de Leur ihr Wirken. Kälins wichtigstes Vermächtnis liegt in Form eines Memorysticks vor. Die akribische Dienstleisterin scannte sämtliche Vorstandsprotokolle aus den letzten 52 Jahren. Dank diesem Effort liegt nun die gesamte Vergangenheit des TC Einsiedeln in digitaler Form vor. Für ihre grossen Verdienste gegenüber dem Verein wurde Marlene Kälin mit grossem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt.
Neu wird der Tennisclub Einsiedeln von Jeroen de Leur geleitet. Seine Wahl zum Präsidenten war unbestritten und erfolgte einstimmig. Zum Amtsantritt erhielt er von Marlene Kälin den Memorystick mit der Vereinsgeschichte. De Leur amtet bereits seit zehn Jahren als Spielleiter im Vorstand und hat nun eine Doppelfunktion inne. Er erklärte, dass ihm das Wettkampftennis sehr am Herzen liege und das auch bisher den direktesten Kontakt zum grössten Teil der Mitglieder darstellte. Gewisse Aufgaben, die Marlene Kälin bisher machte, werden innerhalb des Vorstandes verteilt. Damit sollte die Doppelbelastung für ihn kein Problem darstellen. Als Präsident müsse er nichts über den Haufen werfen. «Der Verein funktioniert hervorragend», so de Leur. Eine Vision verfolge er dennoch: «Ich möchte dafür sorgen, dass mehr Junioren und Juniorinnen schon früher zu guten Spielerinnen und Spielern entwickeln. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie später beim Tennis bleiben und uns langfristig im Club erhalten bleiben. Als Ersatz für die scheidende Präsidentin Marlene Kälin wurde Monika Ulrich in den Vorstand gewählt. Sie wird als Eventmanagerin walten und u.a. die Festwirtschaft an den Clubmeisterschaften von Marlene Kälin übernehmen. Die Vorstandsmitglieder Gloria Guggenberger, Freddy Eberle, Mike Grebe, Benno Kälin und Christian Camenzind wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Am meisten zu reden gab ein Antrag des Vorstandes. Dieser wollte den Mitgliederbeitrag für Aktivmitglieder von aktuell 400 Franken auf 450 Franken erhöhen. Anteilsmässig wären auch die Beiträge der anderen Kategorien angehoben worden. Finanzchef Mike Grebe führte aus, dass der Tennisclub Einsiedeln der mit Abstand billigste Tennisclub in der ganzen Zürichsee-Region sei und der Mitgliederbeitrag trotz Teuerung in den letzten 29 Jahren nie mehr heraufgesetzt wurde. Der Verein sei gut beraten, seine Investitionsfähigkeit mit Blick auf die alternde Infrastruktur zu behalten, so Grebe. Votanten entgegneten, sparen auf Vorrat sei der falsche Weg. Man beschaffe sich das Kapital besser erst dann, wenn ein konkretes Projekt vorliege. Diese Argumentation überzeugte scheinbar mehr. Der Vorstand scheiterte mit seinem Antrag deutlich. Die Mitgliederbeiträge bleiben wie sie sind.
Seit dem 1. Januar 2026 müssen Schweizer Sportvereine, die J+S-Beiträge erhalten, ihre Statuten anpassen. Sonst fliessen die Beiträge nicht mehr. Die Revision fordert zwingend die Verankerung von Bestimmungen zur fairen, sicheren Vereinsführung und zum Schutz der Jugendlichen. Ebenso muss die
Ethik-Charta von Swiss Olympic in den Statuten verankert sein. In diesem Sinne wurden auch die Statuten des TC Einsiedeln angepasst. Mit Ausnahme eines Zusatzsatzes im Bereich Datenschutz stimmten die Mitglieder der Statutenrevision deutlich zu.