Sihlseemeisterschaften Einzel 2026

Michèle Hubli und Dominik Meister heissen die neuen Sihlseemeister bei den Aktivkategorien. In den Alterskategorien holten mit Muriel Schönbächler und Marcel Ott zwei ungesetzte den Titel.

Das Finalwochenende der diesjährigen Sihlseemeisterschaft im Tennis bot hochklassigen Sport, enorme Spannung und eine grossartige Kulisse. Noch selten waren mehr Leute auf der Anlage zugegen als dieses Wochenende. Knapp 50 Matches in vier Kategorien wurden auf den sechs Plätzen ausgetragen. Viele Duelle waren hart umkämpft, was sich auch in den Endspielen zeigte: Drei der vier Titel wurden erst im entscheidenden dritten Satz vergeben. Am Ende wurden die Pokale brüderlich und schwesterlich aufgeteilt – zwei Titel verblieben beim organisierenden TC Einsiedeln, zwei gingen ins Ybrig.
Spielleiter und TCE-Präsident Jeroen de Leur zog ein überaus positives Fazit: „Dieses Finalturnier wird mir in besonderer Erinnerung bleiben, da es sehr viele spannende Matches gab,  was zwar den Spielplan etwas durcheinander brachte, und an beiden Tagen richtig viele Leute anwesend waren.“ Besonders erfreulich war der grosse Zusammenhalt: Die ausgeschiedenen Spielerinnen und Spieler reisten nicht direkt ab, sondern blieben auf der Anlage, um die verbliebenen Teilnehmenden anzufeuern und die Geselligkeit zu pflegen.
Herren Aktive: Meister holt sich den Titel zurück
Im Endspiel der Herren Aktive kam es zur Neuauflage des letztjährigen Finals zwischen Dominik Meister (R5) und Dario Gmür (R4) – dieses Mal jedoch mit umgekehrtem Ausgang. Meister ging aufgrund seiner starken Saisonresultate als Favorit in die Partie und wirkte über die gesamte Dauer konstanter und fitter. Gmür, der seit seinem letzten Interclub-Einsatz kaum mehr Spielpraxis sammelte, baute gegen Ende der Partie prompt ab.
Beide Akteure waren frisch ins Finale gestartet, nachdem sie in den Halbfinals nicht an ihre Grenze gehen mussten: Gmür schaltete Jeroen de Leur (R5) deutlich mit 6:1, 6:2 aus, während Meister gegen die Nummer 1 des Turniers, Rouven Schönbächler (R4) , mit der Höchststrafe von 6:0, 6:0 die Oberhand behielt. Das Finale nahm einen resultatmässig eher seltsamen Verlauf: Meister dominierte den ersten und dritten Satz klar und krönte sich mit einem 6:0, 5:7, 6:0-Erfolg bereits zum sechsten Mal zum Sihlseemeister. Dazwischen liess Gmür seine Klasse aufblitzen, die er als ehemaliger N-Spieler immer noch hat.
Damen Aktive: Achter Streich für Michèle Hubli
Bei den Damen Aktive demonstrierten Michèle Hubli (R5) und Jane Heinemann (R5) Tennis auf hohem Niveau und lieferten sich mit beidseits harten Schlägen einen packenden Schlagabtausch. Am Ende feierte die Ybrigerin Hubli nach harter Arbeit ihren achten Sihlseemeister-Titel (6:4, 2:6, 6:3).
Heinemann verlangte der Seriensiegerin alles ab, verlor im ersten Satz unglücklich eine 4:1-Führung, kämpfte sich aber im zweiten Satz eindrücklich zurück. Der entscheidende Unterschied lag möglicherweise in den Kraftreserven: Während Heinemann bereits im Halbfinale gegen Marion Kälin (R7) über drei Sätze gehen musste, marschierte Hubli mit einem lockeren Zweisatzsieg gegen Yvonne Ochsner (R9) kräfteschonend ins Finale durch.
Senioren 45+: Ott bezwingt die Nummer 1
Trotz seiner Rolle als ungesetzter Spieler triumphierte der Ybriger Favorit Marcel Ott (R6) bei den Senioren 45+. Obwohl er im Halbfinale gegen die Nummer 2 des Turniers, Roger Ochsner (R6), über drei Sätze gehen musste, profitierte er im Finale von den frischeren Beinen. Sein Finalgegner, die Nummer 1 des Turniers Samuel Mettler (R5), hatte bereits in der ersten Runde am Vortag ein kräftezehrendes Match zu absolvieren, ehe er sich im Halbfinale gegen Christian Rauter (R7) durchsetzte.
Das Finalresultat von 6:1, 6:2 für Ott liest sich am Ende deutlicher, als das Spiel auf dem Platz tatsächlich war. Mettler leistete starken Widerstand und forderte dem neuen Champion alles ab.
Seniorinnen 40+: Nervenkrimi bis zum dritten Matchball
Das wohl spannendste Finalmatch lieferten sich Muriel Schönbächler (R7) und Monika Ulrich (R6) im Finalspiel der Damen 40+. Ulrich erzeugte mit ihrer Vorhand enorm viel Tempo und brachte Schönbächler immer wieder ins Wanken. Schönbächler konterte jedoch mit einer klugen Taktik und visierte konsequent die Rückhand ihrer Kontrahentin an, was ihr viele verhältnismässig leichte Punkte einbrachte.
Nachdem Schönbächler im Halbfinale bereits die Vorjahressiegerin Maria Eberle (R5) mit 6:3, 6:2 eliminiert hatte und Ulrich sich gegen Denise Jakob (R6) mit 6:1, 6:2 durchsetzte, wurde das Finale zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Schönbächler behielt am Ende die Nerven und verwertete ihren dritten Matchball zum knappen 3:6, 6:4, 6:4-Sieg.
Emotionen und Kämpferherz auf allen Plätzen
Neben den Finalpartien boten auch die früheren Turnierrunden herausragendes Tennis. Sinnbildlich für den grossen Kampfgeist des gesamten Turniers stand das Achtelfinale von Jérôme Kälin (R7) gegen Matthias Birrer (R6). Kälin lag bereits scheinbar aussichtslos mit 2:6 und 0:3 zurück, zertrümmerte vor Frust sein Racket – und startete danach eine furiose Aufholjagd. Mit 12 gewonnenen Games in Serie drehte er das Match komplett und siegte am Ende sensationell mit 2:6, 6:3 und 6:0. Solche Geschichten machten die diesjährige Sihlseemeisterschaft zu einem unvergesslichen Event.


Herren Aktive Finaltableau
Herren Aktive Trosttableau

Herren 45+ Finaltableau
Herren 45+ Trosttableau

Damen Aktive Finaltableau

Damen 40+ Finaltableau
Damen 40+ Trosttableau

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